Beauty-Woche unter Männern

Ein Lustspiel in 7 Etappen

4. Etappe: Mit dem Wind im Bunde nach Wittenberge und Kapitänsdinner im Hotel Germania

Im Hotel Zur Linde gibt es erstmals auf unserer Radtour Frühstücks-Buffet. Das ist ungewöhnlich geworden in Zeiten der Pandemie.  Es ist zwar kein Zwiebel-Mett-Frühstück wie gestern im Von Herzen in Lauenburg, aber wir haben dennoch ein grundsolides Frühstück, über das man nicht meckern kann. Was uns viel mehr beunruhigt ist der Blick aus dem Fenster. Die gegenüber stehenden Bäume biegen sich bedrohlich im Wind. Dort draußen tobt eine steife Brise. Hoffentlich ist das kein Gegenwind auf dem Elberadweg heute. Nach dem Frühstück leiten wir erneut und inzwischen mit lässiger Routine die vorbereitenden Maßnahmen für den Tag ein. Wir grübeln kurz, was wir mit dem sehr umfangreich angefallenen Leergut von letzter Nacht machen, entscheiden uns dann dafür, es ordentlich in einer Kiste verpackt im Hotelzimmer stehen zu lassen. Unser leicht schlechtes Gewissen versuchen wir damit zu beruhigen, dass wir ja immerhin stattliche Werte in Sachen Pfand hinterlassen, aber richtig wohl ist uns nicht bei der Geschichte. Nichtsdestotrotz finden wir uns wenig später gesattelt und präpariert auf den Rädern vor dem Zur Linde wieder und rollen gemächlich durch Hitzacker in Richtung des großen Stroms.

Wenige Meter vor dem Anleger der Elbfähre knirscht es und wir verzeichnen den ersten Ketten-Riss der Radtour. Wie kann den sowas gleich am frühen Morgen passieren? Kurz darauf kommt die Elbfähre angetuckert und ist bereit, uns aufzunehmen. Wir zögern, was zu tun ist: Übersetzen und am anderen Ufer die Reparatur-Maßnahmen durchführen, oder sicherheitshalber an diesem Ufer verweilen, da im Zweifelsfall ein Fahrradladen vermutlich in Hitzacker eher zu finden sein wird, als in der unbesiedelten Landschaft am anderen Ufer. Die technische Abteilung hat Vertrauen in ihre Fähigkeiten und so entscheiden wir uns zur Flussüberfahrt. Wir tragen wieder brav unsere Masken, hinterlassen den fälligen Zwanni beim Fährmann, der Wind peitscht über die Elbe  und dann  schieben wir gemächlich unsere Räder von Bord. Nun wird der Schaden an der Kette fachmännisch begutachtet. Die Rede ist immer wieder  von „Glied kürzen“ was kurzzeitig beim Halter des Fahrrads für Panik sorgt. Entspannung erst, als klar wird, dass mit „Glied-Kürzen“ nicht das Geschlechtsorgan, sondern ein Ketten-Glied der Fahrradkette gemeint ist. Die Glied-Kürzung entwickelt sich zu einer heiklen Geschichte. Lange ist nicht klar, ob diese Operation am offenen Herzen gelingen wird. Aber wohl dem, der mit technischen Profis auf Radtour ist! Wenig später ist das Glied erfolgreich gekürzt, die schmierigen Finger werden mit Sand und Elbewasser notdürftig gereinigt und dann kann die Tour starten. Ein holpriger Ritt rauf auf den Elbdeich und kurz darauf die erleichterte Feststellung, dass der Wind erstmal von hinten bläst. Gleichzeitig ist allen bewusst, dass sich das nach jeder Flussbiegung ändern kann und der Wind eine latente Bedrohungslage für den heutigen Tag ist. Wir rollen also mit einer gehörigen Portion Respekt in den heutigen Tag.

Dank des Rückenwindes sind wir zügig unterwegs. Da weit und breit keine Weggabelung auftaucht, besteht zunächst auch keine Gefahr, dass wir uns verfahren. Wir kommen gut in den Tag und lassen es laufen. In der ersten Stunde der täglichen Tour wird meist nicht viel gesprochen. Jeder horcht zunächst misstrauisch ins Material hinein, ob die Kette knirscht, die Bremse schleift oder sonstige unerwünschte Geräusche vom Fahrrad ausgehen. Da aber die Kette geräuschlos vor sich hin dreht und alles problemlos am Rollen ist, kann man entspannt durchatmen. Alle treten wortlos vor sich hin. Jeder hängt seinen eigenen Gedanken nach. Man denkt an alles mögliche und gleichzeitig an nichts.

Der amerikanische Professor für Psychologie mit dem unaussprechlichen Namen Mihály Csíkszentmihályi hat in seiner Literatur umfangreich den Zustand des sogenannten Flow-Erlebnisses  beschrieben. Sehr vereinfacht könnte man demnach das Flow-Erlebnis als einen Zustand beschreiben, in dem der Mensch voll und ganz in seiner Tätigkeit aufgeht. Damit sich dieses Flow-Erlebnis einstellt, ist die sogenannte „Passung von Mensch und Aufgabe“ entscheidend. Dies bedeutet wiederum stark vereinfacht ausgedrückt, dass sich das Flow-Erlebnis genau dann einstellt, wenn der Mensch eine Tätigkeit  bewältigt, die ihm zwar einen gewissen Aufwand abverlangt, den er aber relativ locker bewältigen kann und die ihm eine unmittelbare positive Rückmeldung über den Erfolg des Aufwandes liefert. Wenn dieser Zustand erreicht ist, entsteht der Flow und der  Mensch geht in einem Zustand völliger Vertiefung restlos  in seiner Tätigkeit auf. Raum und Zeit werden vergessen und die dadurch entstehenden Glücksgefühle liefern endlosen Anreiz, sich der Tätigkeit weiterhin zu widmen. Und wenn es noch einem empirischen  Beweises für die Csíkszentmihályische Theorie des Flow-Erlebens bedurft hätte, wir liefern ihn an diesem Vormittag in einer ausgiebigen Feldforschung. Wir treten, wir rollen, wir treten weiter und freuen uns über das Vorankommen, wir sind im Tunnel und gleichzeitig eins mit der Landschaft, wir vergessen alles, weil all das für uns gerade Sinn macht, was wir tun. Der Wind ist unser Freund und so geht es wie im D-Zug durch die Flusslandschaft.

Nun aber genug der Theorie, denn wir sind hier ja schließlich nicht in einem Psychologie-Grundseminar, sondern immer noch auf der Tour de Sauf! Und da melden sich leider schon wieder die ersten Synapsen, die dringend nach einem kühlen Radler als erste Erfrischung des Tages verlangen. Leider kommt hier halt erstmal nix. Keine Siedlung, keine Kneipe und erst Recht kein Supermarkt. Irgendwann kommt der Radweg von der Elbe ab, wir radeln durch Wald und befinden uns plötzlich auf dem  Wanderweg „Das Grüne Band“. Also in jenem Naturschutzgebiet, welches über tausende Kilometer auf dem Grenzstreifen der ehemaligen innerdeutschen Grenze entstanden ist. Wir passieren einen als Denkmal erhaltenen Teil des ehemaligen Grenzzaunes, rollen durch die „Dorfrepublik Rüterberg“ und steuern mit dem Wind im Bunde Richtung Dömitz. An der Kreuzung der Bundesstraße 195/Bundesstraße 191 kommt kurz Verwirrung auf. Wir müssen uns orientieren, biegen erst rechts ab, bemerken aber, dass dieser Weg über eine Brücke auf die andere Elbseite führt. Also umkehren und in den richtigen Weg Richtung Dömitz-Zentrum  einbiegen. Dieses Dömitz macht einen recht verschlafenen Eindruck auf uns. Wir radeln an historischen Klinker-Häusern vorbei, passieren einen Marktplatz und eine Kirche und finden etwas verwinkelt ein Café an dem ein Schild steht: „Heute geöffnet“. Na dann soll dieses Café doch für das Heute-Geöffnet-Sein mal ein paar Euros an uns verdienen! So richtig geöffnet sieht es aber tatsächlich noch nicht aus. Wir tasten uns vorsichtig durch eine lange Einfahrt. Hinter einem Gittertor läuft ein älterer Mann etwas ziellos hin und her. Als er uns erblickt, ruft er: „Wartet Männer, ich mach euch auf!“ Daraufhin kommt er angewackelt. Wir fragen: „Haben Sie schon auf?“ Antwort: „Ja Männer, ich habe auf euch gewartet. Eigentlich wollte ich heute gar nicht aufmachen, aber jetzt seid ihr ja da.“ Das hört sich doch alles ganz wunderbar an. Der Mann, der übrigens so aussieht, wie vermutlich Rudi Völler mit 80 Jahren aussehen wird, fängt an, hektisch Plastikstühle für uns anzuschleppen und richtet uns ein schattiges Plätzchen für acht Leute ein. Er kündigt an, dass er uns wilde „Baller-Geschichten“ von der hinterm Haus verlaufenden ehemaligen innerdeutschen Grenze erzählen wird. Wir sind gespannt und bestellen eine Runde große Radler bzw. Alster. Der Rudi-Völler-Mann sagt: „Na gut, wenn ihr aus Hamburg kommt, kriegt ihr Alster, wenn ihr von woanders kommt, kriegt ihr Radler.“ Damit können wir leben. Rund um die Tische stehen alte Nähmaschinen, alte Möbel, alte Küchen- und Gartenwerkzeuge und anderer Krempel wie in einem Museum ausgestellt.   Plötzlich kommt noch eine andere Radsport-Gruppe. Der Rudi-Völler-Wirt meint leicht nervös: „Oh Männer, jetzt wird es spannend.“ Da sich der kleine Biergarten schlagartig immer weiter füllt, kommt unser Rudi-Völler-Opa mächtig ins Rotieren. Auf einem ausgehängten Zeitungsartikel erfahren wir, dass es sich bei dem Rudi-Völler-Opi in Wirklichkeit um den Architekten Christian Hoffmann handelt, der dieses Café mit seinen 82 Jahren als Hobby betreibt. Nebenbei ist er auch noch Schauspieler und „Scheunensänger“. Alle Achtung! Da verzeihen wir sogar großzügig, dass das Alster zu 80% aus Sprite besteht und nur ein kleiner Schuss Bier für die Farbe zugefügt wurde. Als wir nach der Rechnung fragen bringt uns dieser Christian Hoffmann die Speisekarte und sagt: „Männer, da stehen die Preise. Sucht euch mal raus, was ihr getrunken habt und rechnet mal selbst zusammen. Aber bitte bescheißt mich nicht.“ Wir belohnen das uns entgegengebrachte Vertrauen mit einem fast schon übertriebenen Trinkgeld, wünschen alles Gute und schwingen uns zurück auf die Räder.

Am Hafen zögern wir kurz, ob „Lenzen“ die richtige Richtung für uns ist, finden dann aber heraus: Da müssen wir lang. Wir verlassen Dömitz in östlicher Richtung und erreichen kurz hinter der Stadtgrenze das beste Bundesland weltweit: Endlich Brandenburg! Leider mäandert die Elbe hinter Dömitz zu unseren Ungunsten. Der Wind, der ja am Vormittag schon stark war, hat noch mal zugenommen und kommt jetzt schräg von vorne. Dadurch ist es laut auf dem Rad. Einzig das regelmäßige Fluchen aus der Radsportgruppe ist zu vernehmen. „Scheiß Wind!“ Wir müssen alles geben, sind am Limit um überhaupt vorwärts zu kommen. Halli-Galli-Drecksauparty, aber im Schneckentempo. Wir nehmen Gorleben am anderen Flussufer gar nicht wahr, jener Ort wo die zahlreichen Castoren lagern, um deren Transporte es Ende der 1990er Jahre so umfangreiche Auseinandersetzungen gegeben hat. Diese Castoren werden dort vermutlich noch vor sich hin strahlen, wenn wir schon lange endgültig vom Fahrrad gestiegen sein werden. Zum Glück hat der Spuk mit dem Gegenwind auf der Höhe von Lenzen ein Ende. Die Elbe mäandert erneut und dieses mal so, dass der Wind wieder schräg von hinten kommt, ein Glück! Jetzt können wir uns auch endlich wieder der unfassbar schönen Landschaft widmen. Wir radeln an malerischen Bauernhöfen, wunderschönen Häusern mit bunten Gärten und Viehweiden vorbei. Schwalben umkreisen uns mit akrobatischen Flugeinlagen. Vor den Höfen stehen gelegentlich Kühe, Pferde aber auch immer wieder Esel. Wir begegnen – ohne Übertreibung – hunderten Weißstörchen. Bullerbü in der Prignitz! Zu unserer Rechten der dunkelblaue Strom mit seinen zahlreichen Buhnen und dazwischen fast schon karibisch anmutende Sandstrände. Traumhaft!

An einer Auto-Fähre wo ein alter DDR-Wachturm steht, machen wir kurz Pause. Erst jetzt bemerken wir, wie heftig der Wind weht. Oben auf dem begehbaren DDR-Wachturm wird man fast runter geblasen. Als wir wieder auf den Rädern sitzen, fühlt es sich komplett windstill an, da der Wind nun direkt von hinten kommt. Inzwischen herrscht dichter Verkehr auf dem Elberadweg. Hunderte Radtouristen sind unterwegs. Wir bedauern die Radfahrer, die uns entgegen kommen und gegen den Wind kämpfen müssen. Wir sind uns nicht sicher, ob wir an deren Stelle nicht abgebrochen hätten. Aber wir nutzen die Gunst der Stunde um Tempo vor dem Wind zu machen. In der Radsportgruppe werden Anerkennungspunkte vergeben, wenn es gelingt E-Biker zu distanzieren. Und so machen wir uns einen Spaß daraus, E-Biker vor uns anzuvisieren und dann mit reiner Muskelkraft und dem Schub vom Wind in hohem Tempo vorbei zu gehen. Unsere Equipe  ballert mit Höchstgeschwindigkeit  den Elbdeich entlang. Am Abend weist der Tacho 51 km/h als Tagesrekordgeschwindigkeit aus.

Da wir gut in der Zeit liegen und mächtig metern, entschließen wir uns noch einen Einkehrschwung einzulegen und finden in Cumlosen den Landgasthof Schmidt. Als wir gerade dabei sind unsere Räder aufwendig vor dem Gasthof zu parken kommt von der Eingangstür die barsche Ansage: „Ihr braucht hier gar nicht zu halten, wir haben seit 14:00 Uhr zu!“ Wir schauen uns an und dann zur Tür. Jeder, der Brandenburg nicht kennt, würde jetzt vermutlich ängstlich abziehen und sich über die Unfreundlichkeit aufregen. Wir dagegen sind aber „Native-Speaker“ und glauben die Situation meistern zu können. Also sagt einer von uns: „Na dit is ja Mist, wir haben Hunger und Durst. Wie sieht es denn mit Getränken und vielleicht ner Bocki (brandenbugrisch für Bockwurst) aus?“ Darauf die Wirtin an der Tür sofort herzlich gestimmt: „Na dit kriegen wa hin, dann setzt euch mal hinten in den Garten Jungs.“ Na also, man muss sie nur zu nehmen wissen, die Brandenburger. Nicht von der ersten Ansage einschüchtern lassen und immer charmant aber bestimmt in die Gegenoffensive gehen. Dann hat man sie geknackt. Wenig später stellt sich heraus, dass nur noch fünf Bockis verfügbar sind, aber die, die keine abbekommen kriegen dafür überbackenen Ziegekäse mit Honig-Balsamico-Dressing und einem üppigen Salat angeboten, was im Grunde noch viel geiler als ne Bocki ist. Und auch das ist eben Brandenburg: Wollte man aufgrund des barschen Tons anfangs schon fast abbrechen, so sitzt man wenige Minuten später in einer wunderschönen Gartenkneipe, hat frisches Bier und ein leckeres Essen auf dem Tisch und die Wirtin zeigt ihr herzlichstes Gesicht. Bestes Bundesland weltweit, ohne Mist!

Und weil es hier so gut ist, dehnen wir den Einkehrschwung umfangreich aus. Ein wenig Respekt haben wir vor dem Hotel, welches uns heute in Wittenberge erwartet. Das „Hotel Germania“ löst in unserer Phantasie seit Tagen einige Spekulationen aus. Wir befürchten, dass wir vor Betreten des Hotels erstmal einen AfD-Parteimitgliedsantrag ausfüllen müssen. Wir sind gespannt, was uns erwartet. Irgendwann bedanken wir uns im Landgasthof Schmidt für die Gastfreundschaft und rollen zurück auf den Elbdeich, um die letzten Tageskilometer in Angriff zu nehmen. Der Rückenwind gibt noch einmal schönen Schub und kurz darauf erreichen wir Wittenberge. Wittenberge ist auf den ersten Blick nicht sonderlich schön. Um die Innenstadt aufzuhübschen, hat man sich in diesem Sommer offenbar dazu entschieden, bunte Regenschirme aufzuhängen. Diese baumeln jedenfalls überall munter im Wind.

Nach einer kurzen Runde durch die Innenstadt erreichen wir schließlich dieses sagenumwobene „Hotel Germania“. Von außen sieht es alles andere als bedrohlich aus. Wir trauen uns also herein und werden freundlich empfangen. Wir können ohne Parteimitgliedsantrag einchecken und freuen uns über die Zimmer, die absolut in Ordnung sind. Nach kurzem duschen und Wäschewechsel treffen wir uns kurze Zeit später im schattigen Biergarten hinter dem Haus. Die freundliche Bedienung, geschätzt irgendwas so Mitte 50, bedient uns herzlich aber auch immer leicht kichernd, wenn sie an unseren Platz kommt. Es fließt wieder reichlich Bier in jeglicher Form. Kurz darauf tischt die kichernde Kellnerin Zander mit gerösteter Blutwurst, in Honig marinierte Poulardenbrust, Entrecote mit Prinzessinnenbohnen, Rumpsteaks mit Pfannengemüse, Schweinemedaillons mit Kroketten und eine deftige Prignitzer Brotzeit auf. Was für ein Fest!

Nach dem Essen erkundigen wir uns mal wieder nach dem Hausschnaps und bekommen wenig später feinen Mackenstedter Aquavit serviert. Und wenn bei acht Leuten jeder mal eine Runde übernimmt, dann gehen schon ein paar Schnäpse über den Tisch. Wir bemerken nicht, wie die Stunden verrinnen, trinken, quatschen uns dusselig und genießen die Zeit. Und irgendjemand kommt dann immer auf die schlaue Idee, eine Runde Berliner Luft zu bestellen. Und nachdem die ersten drei Runden Luft bestellt sind, kommt wieder jemand auf eine noch schlauere Idee und fragt, ob wir auch eine ganze Flasche Berliner Luft mit acht Gläsern haben können. Die kichernde Kellnerin hat kein Problem uns auch diesen Wunsch zu erfüllen und legt kurz darauf einen filmreifen Auftritt hin. Auf ihren fünf auseinander gespreizten Fingern, balanciert sie ein Tablett knapp über Kopfhöhe. Auf diesem Tablett hat sie in der Mitte die gewünschte Flasche Berliner Luft platziert und außen rum acht Schnapsgläser wie zu einer Krone angeordnet. Es fehlt eigentlich nur noch eine brennende Wunderkerze und Musik vom James Last, dann würde man sich fühlen wie beim Kapitänsdinner auf der „MS Germania“. Und diesen Auftritt legt unsere Kellnerin im Verlauf des Abends noch ganze zwei Mal hin und erntet dafür jedes Mal reichlich Applaus. Wir sind auf jeden Fall mal wieder die letzten Gäste. Wie wir an diesem Abend bezahlt haben und wie wir auf die Zimmer gekommen sind, lässt sich an dieser Stelle nicht beschreiben, da Erinnerungslücken dies unmöglich machen.

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